Zwischenurteil im Linzer Swapprozess

Bereits seit 2011 wird am Handelsgericht Wien die Klage der österreichischen Stadt Linz gegen die Wiener BAWAG P.S.K. (Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft) verhandelt. Am 07. Januar 2020 gab es nun ein erstes – für die Stadt Linz positives – Zwischenurteil. Der zuständige Richter folgte der Argumentation der Stadt Linz und stellte in dem Urteil fest, dass der 2007 abgeschlossene Swapvertrag nicht rechtsgültig zustande kam. Die BAWAG P.S.K. hat bereits Berufung angemeldet.

Erfolg für die Stadt Linz

Für die Stadt Linz ist dies dennoch ein mehr als erfreulicher Zwischenerfolg. Am gestrigen 15.01.2020 gab der zuständige Richter Andreas Pablik die Fortführung des Verfahrens bekannt. Im nächsten Schritt geht es nun um die Verhandlung der Schadensersatzansprüche.

„Swap 4175“

Zur Zins- und Kurssicherung für eine 195 Millionen CHF-Anleihe schloss die österreichische Stadt Linz 2007 einen sogenannten „Resettable CHF linked Swap“ mit der Wiener BAWAG. 2011 reichte die Stadt dann Klage gegen die Bawag am Handelsgericht Wien ein und forderte die Rückabwicklung des Geschäfts.

Erfolg auch für die SAM GmbH

Seit 2013 war auch die SAM Sachsen Asset Management GmbH als finanzmathematischer Gutachter im Verfahren tätig. Dabei ging es in erster Linie um die Analyse der vorliegenden Hedgestrategie und die Bewertung der Marktüblichkeit von Quantooptionen sowie zudem um eine Vielzahl weiterer Detail- und Bewertungsfragen. Unter anderem auch auf Basis der unabhängigen Sachverständigengutachten der SAM konnte eine belastbare Diskussion hinsichtlich des mit dem Swapgeschäft verbundenen Risikos sowie der grundsätzlichen Eignung zur Optimierung erfolgen. Damit wird erneut deutlich, dass eine eingehende finanzmathematische Betrachtung zur unabhängigen Bewertung komplexer Derivate unerlässlich ist.

Die Bewertung und Analyse von Swap-Geschäften erfordert insbesondere bei eingeschlossenen Zins- und Aktienoptionen oder wie im vorliegenden Fall bei exotischen Währungsoptionen finanzmathematisches Expertenwissen. Um die Wirkungsweise eines solche Swapgeschäfts zu erfassen, müssen zudem Wechselwirkung zu einem zugeordneten Geschäft (Grundgeschäft) oder gar einem ganzen Portfolio beachtet werden.

Unsere Fachexpertise im Bereich Swapbewertung/Swapanalyse

Bei solchen Fragestellungen profitieren wir von mehr als 12 Jahren Erfahrung in der Bewertung komplexer Derivate. Mittels unserer Bewertungsbibliotheken können wir den Preis nahezu jedes Produktes bestimmen und seine Risiken simulieren – jeweils auch zu historischen Betrachtungsstichtagen. Inzwischen haben wir für fast jede Produktart bereits Sachverständigengutachten zur Vorlage bei Gericht erstellt. Angefangen bei einfachen Standard Swaps über Cross Currency Swaps bis hin zu komplexen Derivatgeschäften, wie z.B. CMS-Spread-Ladder-Swaps begutachten wir Marktwerte, Risiken, Struktur, Eigenschaften, Konnexität, Beratungsunterlagen etc. Überdies haben wir bereits eine Vielzahl von Umstrukturierungen und Auflösungen begleitet und damit geholten, die Aufnahme neuer Risiken oder versteckter Margen zu vermeiden.

Mehr zum Thema Swapbewertung und -analyse können Sie übrigens auch auf unserer Webseite nachlesen: www.sachsen-am.de/swapbewertung-und-analyse/

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