Aufhebung des Mindestkurses EUR/CHF durch SNB

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat heute überraschend erklärt, den Wechselkurs EUR/CHF nicht länger zu stützen. Seit September 2011 verteidigte die SNB einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro. Unmittelbar nach der Ankündigung rutschte der Wechselkurs unter die Parität und schwankt seitdem stark. Zugleich senkte die SNB den Zielkorridor für den Referenzzins 3-Monats-CHF-Libor auf -0,25% bis -1,25% p.a.

Diese Entwicklung bedeutet erhebliche Mehrkosten für Schuldner eines Fremdwährungskredits in  Schweizer Franken. Dies gilt auch dann, wenn solche Schweizer-Franken-Kredite variabel verzinslich sind, mithin von den gleichfalls gesenkten Zinsen profitieren. Schließlich sind nun die i.d.R. gegenüber den Zinszahlungen viel höheren Tilgungen zu einem deutlich schlechteren Wechselkurs zu beschaffen. Ähnliche Belastungen wie in Fremdwährungskrediten kommen auch auf Kontrahenten in Fremdwährungsswaps zu, wenn sie Zahlungen in Schweizer Franken zu erbringen haben. Zudem gibt es auch eine Vielzahl komplexer Derivate, in denen der Wechselkurs Euro gegen Schweizer Franken direkt oder über Trigger die Zinszahlungen beeinflusst.

Angesichts der hohen Kursschwankungen seit Ankündigung der SNB scheint eine schnelle Reaktion geboten. Zuvorderst sollten die Verluste aus dem Schritt der SNB identifiziert und Risikoberechnungen neu durchgeführt werden, um auf dieser Basis über Absicherungsmaßnahmen zu entscheiden. Überdies scheint auch eine juristische Prüfung bestehender Fremdwährungsgeschäfte ratsam.

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